Allianz Risk Barometer 2021: 10 Risiken, die Sie genau im Auge behalten sollten

12.769 Rückmeldungen. 92 Länder. 22 Sektoren.

Die Allianz veröffentlichte die zehnte Edition ihres „Allianz Risk Barometers“.  2.769 Risikomanager sind befragt worden, was die Top-Unternehmensrisiken in den nächsten 12 Monaten sind.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse? Welche Erkenntnisse bringt die Studie?

Das sind die Top-Risiken im Jahr 2021

Die Antworten auf die Fragen der Studie kamen von Experten aus Groß- (44 %), Mittel- (18 %) und Kleinunternehmen (38 %). Die aggregierten Daten sind laut dem Antwortverhältnis deshalb vor allem für große und kleine Unternehmen repräsentativ. In einem separaten Dokument finden sich aber auch die Umfrageergebnisse je Unternehmensgröße.

In der Studie sind auch Vergleichswerte für das Jahr 2020 zu finden. Damit ist ersichtlich, welche Risiken im Vergleich zum Vorjahr höher und geringer eingeschätzt werden und welche neu hinzugekommen sind.

Das sind die Top-Risiken 2021:

10. Politische Risiken und Gewalt –  11 % (Vorjahr 9 %)

9. Klimawandel – 13 % (17 %)

8. Makroökonomische Entwicklungen – 13 % (11 %)

7. Feuer, Explosion – 16 % (20 %)

6. Naturkatastrophen – 17 % (21 %)

5. Gesetzliche Änderungen – 19 % (27 %)

4. Marktentwicklungen – 19 % (21 %)

3. Cyber Incidents – 40 % (39 %)

2. Ausbruch einer Pandemie – 40 % (3 %)

1. Betriebsunterbrechung – 41 % (37 %)

Was zeigt dieses Ergebnis?

Der Kontext zählt: COVID zieht weitere Risiken nach sich

Es ist keine Überraschung, dass die Pandemie, Cybervorfälle und Betriebsunterbrechungen die ersten Plätze in der Studie einnehmen. Ist doch die Betriebsunterbrechung eine Folge der anderen Risiken. Oder wie es in der Studie heißt:

„All three risks – and many of the others in this year’s top 10 – are interlinked, demonstrating the growing vulnerabilities and uncertainty of our highly globalized and connected world, where actions in one place can spread rapidly to have global effects. Looking forward, the pandemic shows companies need to prepare for a wider range of business interruption triggers and extreme events than previously.“

Allianz Risk Barometer, S 8.

In einer vernetzten Welt müssen sich Unternehmen auf unerwartete Ereignisse vorbereiten – intern sowie extern. Alle Stakeholder sind einzubeziehen. Vor allem die Aufrechterhaltung Lieferkette ist ein großes Thema.

„Covid-19 is a reminder that not all perils are insurable, and that risk management and business continuity planning play a critical role in helping businesses survive extreme events.“

Allianz Risk Barometer, S 9.

COVID zeigt, wie schnell und extrem ein Ereignis weitreichende Veränderungen nach sich zieht. Seit März 2020 kämpfen Länder, Unternehmen, Menschen mit unterschiedlichen Maßnahmen gegen die Pandemie. Telearbeit ist seit 2019 im Dauertest. Die Digitalisierung wird vorangetrieben.

Das Risiko der digitalen Arbeit

Digitalisierung ist seit Jahren ein Schlagwort. Seit dem Beginn der Pandemie ist verstärkt investiert, probiert und subventioniert worden. Die Abhängigkeit von der technischen Infrastruktur im Tagesgeschäft erhöht das Risiko von Cyber Incidents und damit einer Betriebsunterbrechung.

Obwohl das Risiko der Kategorie „Cyber Incident“ im Vergleich zum Vorjahr von Platz eins auf Platz drei gesprungen ist, erhöhte sich die Risikowahrnehmung. Vor allem Datenpannen, Telearbeit und Ransomware sind die häufigsten Themen, die Risikomanager beschäftigen.

Ransomware ist eine Erpressungssoftware, mit der Zugriff auf Daten verwehrt wird. Erst bei einer entsprechenden Zahlung ist der Zugriff wieder möglich. Laut dem Allianz Risk Barometer sind 2019 fast eine halbe Millionen Rasomware-Vorfälle dokumentiert worden. Trend steigend. Auch Phishing ist ein widerkehrendes Thema.

Traditionelle Risiken bleiben bestehen

„[…] natural catastrophes, extreme weather and fire remain the main causes of business interruption for many industries, and are the biggest threat for manufacturing and industrial plant and equipment.“

Allianz Risk Barometer, S 13.

Naturkatastrophen verstärken sich aufgrund des Klimawandels. In Zukunft müssen Risiken wie Überschwemmungen, extremes Wetter oder Stürme viel stärker in das BCM eingehen. Aber auch ein Brand legt schnell die gesamte Produktion lahm und bleibt weiterhin ein Risiko.

Unter der Kategorie „Marktentwicklungen“ subsumiert die Studie Unsicherheit, stärkeren Wettbewerb und Stagnation. Die auslaufende Subventionierung von Unternehmen und Insolvenzen sind Kernbedenken für das Jahr 2021.

Gesetzliche Veränderungen bergen naturgemäß Unternehmensrisiken. Die Datenwirtschaft (AI, Gesetze) und Nachhaltigkeit sind hier das Hauptthema.

Naturkatastrophen häufen sich, die Kosten dafür sind aber geringer ausgefallen. Dementsprechend hat diese Kategorie im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung verloren. Der Kontext ist aber zu beachten: Asiatische Regionen sind schwerer von Naturkatastrophen betroffen und dementsprechend zentral ist hier das Thema.

In den Top 10 der Risikokategorien finden sich auch Brände und Explosionen.

„In fact, fires and explosions were the number one cause of losses for businesses worldwide over a five year period up until the end of 2018, according to Allianz analysis, causing in excess of €14bn ($15.7bn) worth of insured damage from more than 9,500 claims.“

Allianz Risk Barometer, S 21.

Und was ist mit den gesamtwirtschaftlichen Risiken? Kurzfristig ist ein Anstieg des Konsums zu erwarten. Langfristig wird die Schuldlast eine Auswirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung haben.

Der Klimawandel ist wie die Pandemie ein globales, aber zusätzlich schleichendes Risiko. Schon jetzt sind die Auswirkungen sichtbar. Was wird uns erwarten?

„[…], severe thunderstorms and storms in Europe and North America, often with hail or tornadoes, are becoming more frequent, with damages increasing, even after adjusting for value growth. … It was not that long ago that climate-related strategies or goals were regarded as afterthoughts for many businesses. In future, it will likely be impossible for companies to be successful without them.“

Allianz Risk Barometer, S 23.

Der Klimawandel hat unmittelbare Auswirkungen auf Produktionsstandorte, Lieferketten und die Wirtschaftspolitik. Unternehmen müssen den Klimawandel zukünftig stärker in ihrer Planung berücksichtigen.

Politische Risiken sind für Experten erstmals seit 2018 wieder ein Top 10 Risiko. Proteste, Terrorismus und politische Instabilität sind hier die Hauptthemen.

„As the socioeconomic fallout from Covid-19 mounts, the ranks of global protesters is expected to swell – 75 countries will likely experience an increase in protests by late 2022, according to Verisk Maplecroft. Of these, more than 30 – predominantly in Europe and the Americas – will likely see significant activity.“

Allianz Risk Barometer, S 25.

3 Erkenntnisse, die wir aus der Studie mitnehmen können

1. Bereiten Sie sich auf alle Risiken vor

COVID-19 ist wie ein unvorhergesehener, gewaltiger Sturm über die Welt gezogen. Die Folgen waren und sind enorm.

COVID-19 zeigt: Risikolagen ändern sich schnell. Die beste Vorbereitung darauf sind entsprechende Pläne. Laut dem in der Allianz-Studie zitierten Thomas Varney – Regional Manager of Risk Consulting (AGCS) – muss die Vorbereitung aber holistischer und dynamischer werden. Das Problem: Notfall- und Krisenpläne sind noch immer nicht Standard. Laut Ärzteblatt hatten 2010 die Hälfte der Unternehmen keinen Pandemieplan. Seitdem ist scheinbar wenig passiert. In einer Umfrage (2020) von aposcope gaben beispielsweise 60 % der Befragten an, dass ihre Apotheke einen Notfall-/Pandemieplan hat. Was heißt das? Das Bewusstsein für Krisenpläne steigt – aber meist erst, wenn die Folgen sichtbar sind. Ziel ist deshalb, dass Bewusstsein für Risiken zu schärfen und entsprechende Pläne zur Risikominimierung zu implementieren.

Als Schlüssel, um Risiken zu überstehen, wird aber auch die Fähigkeit eines Unternehmens gesehen, schnell auf diese Ereignisse zu reagieren.

„… but the key to survival will be the ability for businesses to respond quickly.“

Allianz Risk Barometer, S 15.

Zusammengefasst: Planen Sie die entsprechenden Szenarien und setzen Sie Tools wie safeREACH ein, um diese Szenarien digital abzubilden und per Knopfdruck aktivieren zu können.

2. Neue Situationen – neue Risiken

COVID-19 ist der Digitalisierungshelfer Nummer eins. 80 % weiteten Digitalisierungsinitiativen seit COVID-19 aus (Unternehmensentscheider; nunatak.com).

Dieser Digitalisierungsschub birgt aber auch Gefahren. Mit der Telearbeit steigt beispielsweise das Risiko für Cyber Incidents.

Beachten Sie also bei allen Risiken die Folgen & deren Folgen. Bei der Reaktion auf Vorfälle dürfen die Risiken nicht übersehen werden, die daraus entstehen.

3. Struktur und Organisation

Das Bewusstsein für Risiken muss geschärft, die Durchführung von Situationsanalysen und die Schaffung von eindeutigen Strukturen muss angegangen werden.

Die Analyse der kritischen Geschäftsprozesse, die Ausarbeitung von Szenarien und entsprechende Pläne bereiten auf Ernstfälle vor. Eindeutige Strukturen schaffen Klarheit. Vor allem die Arbeit im Krisenstab muss funktionieren, da hier die Maßnahmen gesteuert, koordiniert und kommuniziert werden. safeREACH unterstützt Sie dabei.

Was sind Ihre Gedanken zu der Studie?

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