Gastbeitrag: Brand aus, was nun?

Markus Glanzer, MBA MPA

Zum Autor: Markus Glanzer, MBA MPA, Geschäftsführer und Mitbegründer der DIE KRISENPLANER GmbH, www.krisenplaner.at, Krisen- und Katastrophenmanager mit jahrelanger nationaler und internationaler Erfahrung

Stellen Sie Ihren Betrieb nach einem Brand einfach für Monate ein? Können Sie sich diesen Stillstand leisten? Deshalb sind eine umfassende Vorbereitung und ein solides Business Continuity Management für Unternehmen so wichtig.

Im März 2021 brannte es bei Europas größtem Cloud-Anbieter in Straßburg. Der Standard berichtete u. a. über 16.000 betroffenen Kund*innen und 3,6 Mio. Webseiten, die kurzfristig offline waren. Viele Kund*innen verloren alle ihre dort gespeicherten Daten.

Dieser Brand ist nur ein Beispiel, das sehr gut zeigt, was auf ein Unternehmen zukommen kann. Es gibt hier zahlreiche weitere Beispiele aus dem Bereich der produzierenden Industrie, dem Handel, Gesundheitssektor, etc.

Zusätzlich zum unmittelbaren Schaden aus dem Brandgeschehen, können viele weitere Schäden für Kund*innen, Partnerunternehmen, Anrainer*innen sowie die Umwelt entstehen. Der Brand ist zwar gelöscht, aber das Ereignis kaskadiert und aus einem Feuer entwickelt sich eine handfeste Krise.

Genau zu diesem Zeitpunkt ist ein gutes Notfall- und Krisenmanagement notwendig. Ist es auch noch Teil eines umfassenden Business Continuity Managements, dann ist das betroffene Unternehmen oder die Organisation gut auf solche Krisen vorbereitet.

Notfall- und Krisenmanagement

Neben den regulären Brandschutzplänen sollte jeder Betrieb einen umfassenden Notfallplan für Brandgeschehen sowie weitere Pläne entwickeln und vorhalten.

Ein Teil des Business Continuity Managements ist das Notfall- und Krisenmanagement und eine Aufgabe die Erstellung von Notfallplänen. Diese werden auf Basis der Business Impact Analyse und des Risikomanagements entwickelt und sind die Handlungsanleitung für die ersten Notfallmaßnahmen.

Reichen die Maßnahmen im Notfallplan nicht mehr aus oder schlagen fehl, die Situation eskaliert und es entwickelt sich eine Krise daraus, dann muss das Krisenmanagement bzw. der Krisenstab des Unternehmens aktiviert werden. Parallel zum Krisenstab bzw. dem Krisenteam, das sich auf die Bewältigung der laufenden Krise konzentriert, ist die Weiterführung von nicht betroffenen Bereichen ein wichtiger Aspekt, um den wirtschaftlichen Schaden nicht noch weiter zu vergrößern.

Alle diese Maßnahmen und Abläufe müssen aber vorab geplant, implementiert und trainiert werden, damit sie im Anlassfall funktionieren.

Tagesstruktur versus Notfall- und Krisenstruktur

Eine Bewältigung mit den Tagesstrukturen oder das Planen von Maßnahmen ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, da es mehrere gleichzeitige Handlungsstränge gibt und die Komplexität massiv zunimmt. 

Viele Unternehmensleitungen erliegen leider dem Irrtum, dass man komplexe Krisen mit der normalen Struktur im Unternehmen bewältigen kann. Eine ausreichende Vorbereitung und der Aufbau von Notfall- und Krisenstrukturen sowie Strukturen zur Unternehmensfortführung im Krisenfall werden nicht durchgeführt.

Es wird oft als zu teuer und unnötig angesehen, da der Nutzen für viele Geschäftsführer*innen und Führungskräfte einfach nicht greifbar ist. Dieser Irrtum kann sehr schnell zu sehr hohen Schäden führen oder gar existenzgefährdend werden. Vorhaltung kostet Geld, kein Frage. Und bestenfalls kommt es zu keinen Notfällen und Krisen im Unternehmen. Wenn aber doch und es fehlt die Vorbereitung, dann kostet das am Ende noch viel mehr Geld.

In der Krise Köpfe kennen

Wenn man sich die Strukturen des staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagements ansieht, dann erkennt man auch dort eine Tagesstruktur und eine besondere Aufbau- und Ablauforganisation für Krisen- und Katastrophenfälle.

Ein Prinzip aus dem Krisenmanagement lautet: In der Krise Köpfe kennen. Umgelegt auf das betriebliche Notfall- und Krisenmanagement und die damit verbundenen Vorbereitungen bedeutet das, sich mit den Behörden und Einsatzorganisationen im Betriebsumfeld zu befassen und wenn passend z.B. gemeinsame Übungen zu organisieren. Bestenfalls gleicht man die betriebsinternen Strukturen des Notfall- und Krisenmanagements an die staatlichen Strukturen an, um mit eine gemeinsame Basis zu haben.

Es gibt keine Ausreden, sich nicht vorzubereiten

Egal ob es ein kleines, mittleres oder großes Unternehmen ist, gut vorbereiten kann sich jeder Betrieb. Wenn es dann zu einem Notfall kommt und es z.B. brennt, dann wissen alle im Unternehmen, was zu tun ist. Maßnahmen gemäß Notfallplanung werden eingeleitet und durchgeführt, der Schaden kann so gut als möglich begrenzt werden und der Betrieb läuft im Rahmen des Möglichen weiter. Band aus, was nun? – Sie wissen was zu tun ist!

Links:

Standard Bericht zum Brand der Serverfarm – https://www.derstandard.at/story/2000125032535/brand-bei-europas-groesstem-cloudanbieter-ovh-betraf-3-6-millionen

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